
Falconia
Falconia ist die Stadt, die Griffith seit seiner Kindheit zu bauen träumte — seine Obsession, sein Daseinsgrund, das, wofür er die Falkenbande während der Eclipse opferte. Sie ist die letzte Verwirklichung des Traums des Weißen Falken: ein eigenes Reich, mit eigenen Händen erbaut, über das er als absoluter Herr herrscht.
Die tragische Ironie ist vollkommen. Falconia ist auf den Ruinen von Wyndham erbaut, der Hauptstadt Midlands, im Herzen einer Welt, die von der Weltenverschmelzung verwüstet wurde, die Griffith selbst auslöste. Die Dämonen und Kreaturen der Welt der Finsternis, die nun die Erdoberfläche bevölkern, machen Falconia zur einzig möglichen Zuflucht für die Menschheit — und Griffith zu ihrem einzigen Beschützer.
Die Weltenverschmelzung
Die Entstehung Falconias ist untrennbar mit dem Ereignis verbunden, das sie notwendig machte: der Weltenverschmelzung. Während der finalen Schlacht zwischen Griffith und dem in einen kosmischen Titanen verwandelten Dämonenkaiser Ganishka nutzt Griffith Ganishka als Katalysator, um die physische Welt und die Welt der Finsternis zu verschmelzen.
Das Ergebnis ist eine beispiellose geopolitische und existenzielle Katastrophe. Die Geografie der Welt verzerrt sich. Türme und Bauwerke aus einer anderen Welt steigen aus dem Boden empor. Alptraumkreaturen — Apostel, Dämonen, Geister — durchstreifen nun frei die Straßen und Wälder. Die menschliche Zivilisation, wie sie bestand, bricht binnen Tagen zusammen.
Die verängstigte Menschheit strömt zum einzigen Ort, an dem die Dämonen nicht angreifen: Falconia, beschützt von Griffith und seiner neuen Falkenbande aus Aposteln. Der Mann, der das Ende der Welt herbeiführte, ist zu ihrem Retter geworden. Es ist der perfekte Plan.
Die Ironie von Falconia
Griffith verursachte die Weltenverschmelzung — und somit die Dämonen, die die Oberfläche verheeren. Dann warf er sich zum einzigen Beschützer gegen ebendiese Dämonen auf. Die Menschheit verehrt ihn, ohne zu wissen, dass er die Ursache des Problems ist.
Falconia ist auf dem Blut der Falkenbande erbaut, die während der Eclipse geopfert wurde. Jeder Stein der Stadt trägt das Gewicht dieses Verrats. Griffith lebt im Traum, errichtet auf den Leichen seiner einstigen Freunde.
Für die Menschheit, die dort Zuflucht sucht, ist Falconia ein Paradies. Doch eine von Dämonen umgebene Stadt ist keine Stadt — sie ist ein Käfig. Griffith ist zugleich der Kerkermeister und der Wächter der gesamten Menschheit.
Falconia ist genau das, was Griffith immer wollte: ein eigenes Reich, mit eigenen Händen erbaut, wo sein Name verehrt wird. Der Preis war die Zerstörung der Welt. Es ist schwer zu sagen, ob Griffith es bereut.
König Griffith
In Falconia wird Griffith verehrt. Für die überwältigende Mehrheit der überlebenden Menschheit ist er ein lebendiger Gott — der von den Prophezeiungen verkündete Falke des Lichts, der die Menschheit vor der Auslöschung rettete. Keiner von ihnen kennt sein wahres Gesicht: den Mann, der die Katastrophe verursachte, um sich umso besser als Retter aufzuspielen.
Nur wenige Individuen — Guts, jene, die die Eclipse überlebten, die Gefährten aus Guts' Gruppe — kennen die Wahrheit. Und in einer Welt, in der Griffith alles kontrolliert, hat diese Wahrheit keinen Ort, an den sie gehen könnte.
Die finale Konfrontation zwischen Guts und Griffith ist die zweier unversöhnlicher Weltbilder: das eine gegründet auf Opfer und Herrschaft, das andere auf Widerstand und Menschlichkeit. Falconia ist das Symbol von Griffiths scheinbarem Sieg — und die unausweichliche Kulisse des Ausgangs.